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Interview mit Hilla Fitzen (Hui Buh Produktmanagerin)

Hilla ist bei EUROPA die zuständige Produktmanagerin für HUI BUH. Wie wir jetzt ja inzwischen erfahren haben, tut sich wieder etwas auf Schloss Burgeck und im Januar 2008 wird HUI BUH wieder aus seiner lange geschlossenen Truhe steigen und neue Hörspiel-Spukereien präsentieren.

Erzähle uns doch bitte einmal, wie es zur Wiedererweckung von HUI BUH gekommen ist?

Das ist bereits mein Wunsch seit meiner Kindheit Und als ich 1998 bei EUROPA anfing, nahm ich mit Eberhard Alexander-Burgh Kontakt auf, um über eine Wiederveröffentlichung der Originalserie zu sprechen. Der war sehr skeptisch, denn 1994 hatten sie das bereits versucht, was jedoch schnell wieder eingestellt wurde. Die Zeit war in den 90ern wohl noch nicht reif für Hui Buh. Und ich hatte einfach dennoch das Gefühl, dass es da draußen doch mehr Fans wie mich geben muss.

Als es endlich losging in 2001, liefen die Fans von früher begeistert in die Geschäfte und gaben die Hörspiele nach eigenem Schwelgen auch an ihre Kinder weiter. So hörte ich also endlich wieder Kinder Huiiii Buuuuuh durchs hallende Treppenhaus rufen.

Und als der Film angekündigt wurde, da war ich sehr glücklich über dieses liebevolle Werk. Das hat mich darin bestärkt, weiterhin an meinem Traum von neuen Hui Buh Hörspielen zu glauben. Und nun – wiederum ein paar Jahre später ist es endlich soweit!
 
HUI BUH hat eine sehr lange Hörspielgeschichte und eine schon von vielen Hörern erlebte Welt. Wie geht man mit solch einer Vorgeschichte bei der Entwicklung von neuen Hörspielen um?
Als Kind träumte ich davon, was noch alles auf Schloss Burgeck passieren könnte und das fand ich in den 23 Hörspielen nicht genug wieder. Tja, wie bin ich vorgegangen – mit Respekt vor den ersten Stoffen und mit Mut in einen Neuanfang, dem wie immer ein Zauber innewohnt... Es ist letztlich einfach mein kindliches Bauchgefühl, das mir erzählt, welche Geschichten und Figuren für Hui Buh geeignet sind.

Was kann man von den neuen HUI BUH Hörspielen erwarten? Wird HUI BUH neue Fähigkeiten haben, werden neue Figuren eingeführt oder bewegt sich HUI BUH komplett in seiner alten Welt?
Die Mischung macht’s. Die Kinder von heute haben andere Bedürfnisse als früher. Die Hörspiele sind eine Mischung aus den Original-Hörspielen und neuen aufregenden Spielorten, zeitgemäßem Humor, kessen Sprüchen und gespenstischen Abenteuern. Die neue Welt ist weitaus größer – das beginnt schon bei Schloss Burgeck. In der ersten Folge lernen wir etwas ganz Neues über Hui Buhs Schloss. Und in der dritten Folge erst recht. Natürlich wird Hui Buh auch neue schaurige Talente erwerben!
Wichtig war uns, dass wir auch viel Abwechslung in die Serie bringen. So gibt es besonders stimmungsvolle und besonders actionreiche Folgen sowie Folgen mit besonders viel Gespenstern!

Wenn man neue Geschichten braucht, muss man auch Autoren finden. Wie hast du nach den neuen HUI BUH Autoren gesucht?
Eigentlich habe ich gar nicht gesucht, sondern gefunden bevor ich suchte. Beim Dreh des Hui Buh Films in Prag habe ich Dirk Ahner kennen gelernt und wir schwelgten gleich in Erinnerungen von früher und träumten von neuen Hörspielen, bevor überhaupt klar war, dass wir eine neue Serie auch wirklich machen können. Als wir bei EUROPA dann alle Rechte hatten, da rief ich ihn an und sagte „Es ist soweit…“ Nesrin und Yasemin Samdereli waren dann auch gleich mit im Gruselboot, da sie Dirk Ahner und auch Sebastian Niemann schon seit Jahren kannten und auch einiges bei der Entwicklung des Films mitbekommen hatten. Es war von Anfang an verspukt vertraut, lustig und spannend bei unseren Treffen.

Wie ist der Kontakt zu Studio Stil entstanden?
Das war genauso wie bei den Autoren. Ich lernte Simon Bertling bei einer Hörspielmesse kennen und da war mir klar, dass wir auf jeden Fall einmal zusammenarbeiten werden. Und ich dachte dabei auch gleich an Hui Buh, weil Stil eine so liebevolle und aufwändige Art hat, Stoffe zu produzieren. Und ich war mir sicher, dass es mit Simon Bertling und Christian Hagitte gelingen wird, cineastische Hörspielqualität für Kinder auch in Serie zu produzieren.

Wie kann man sich die Entwicklung von neuen Geschichten vorstellen? Hast du das Thema einfach an die Autoren gegeben oder hast du vorher zusammen mit den Autoren eine Art "Neue HUI BUH Welt" entwickelt?
Mit meinen zwei Hui Buh Kollegen, Elisa Stefan und Dirk Eichhorn, haben wir seit Anfang 2006 immer wieder getagt und herumgesponnen und unsere Ideen in einer Serienfabel zusammengetragen. Das war die Grundlage für die neuen Bücher. Glücklicherweise konnten die drei Autoren damit auch gleich sehr viel anfangen und machten sich begeistert an die Erschaffung neuer Geschichtenideen und gespenstischer Figuren. Alle sprudelten über vor neuen Ideen! 
 
Wie lange hat es eigentlich gedauert, bis du die ersten Manuskripte lesen konntest?

Oje, so etwas vergesse ich immer gleich wieder – ich glaube es waren 4 Wochen nach der Abstimmung der Exposés. Die Exposés sind immer der Anfang und da gehen wir schon recht intensiv ins Detail. Ich hatte also einen wundervollen Winter letztes Jahr – ständig saß ich bei Kerzenschein auf meinem Sofa und habe in den Büchern gelesen. An drei Büchern gleichzeitig zu arbeiten, ist schon sehr intensiv. Und Dirk und Elisa waren auch immer sehr neugierig und haben viele tolle Gedanken eingebracht.

Diese ganzen Entwicklungsschritte sind sicherlich ziemlich spannend, vor allem wenn man sich in der Fantasy Welt tummelt. Gab es denn auch Probleme, die dich manchmal fast verzweifeln ließen?
Für mich ist Hui Buh irgendwie gar nicht Fantasy – eher gewünschte Realität. Wie gerne hätte ich ein eigenes Schlossgespenst. Mir fehlt jetzt nur noch das Schloss Natürlich verirre ich mich manchmal ein bisschen in den vielen Gedanken zu einer neuen Serie – das ist meist so in kreativen Prozessen. Die Idee, die gestern begeisterte, stellt sich als nicht machbar heraus, der Gag von morgens ist abends schon ziemlich lau. Die wichtigste Frage in der ganzen Zeit der Entwicklung war „Was darf Hui Buh NICHT?“. Denn ein Gespenst mit zu vielen Talenten macht es fast unmöglich, gute Geschichten zu entwickeln!
  
Bei der Entwicklung der Optik ging es natürlich auch sehr hin und her. Wir haben vor und während der Entwicklung mit ganz vielen Kindern gesprochen und ihnen die verschiedensten Varianten gezeigt. Und als wir dann zusammen mit den Kids das neue einzige behördlich zugelassene Gespenst gefunden hatten, da ging ein tiefer Seufzer durch EUROPAs Räume. Doch selbst danach – in einer anderen Pose sah sich das Gespenst plötzlich gar nicht mehr ähnlich. Schaut mal euer Gesicht von allen Seiten an – es ist ein Abenteuer, wie einem da unterschiedliche Personen begegnen. Und doch muss sich Hui Buh natürlich auch immer ähnlich sehen. Das war wirklich spannend!

Naja, und kurz vor Ende stelle ich dann immer noch mal gerne ganz grundlegende und wichtige Fragen, damit wir alle Entwicklungsprozesse auch wirklich bewusst vollenden. Diese Fragen sind dann immer auch ein großer „Spaß“ für alle, die an diesem großen Projekt beteiligt waren.

Wie eben schon erwähnt, gehört HUI BUH ja im Grunde zum Fantasy Genre. Wenn man an Fantasy denkt, erwartet man opulente Produktionen mit klassischer Film- bzw. Hörspielmusik. Was kann man in Hinsicht auf die Produktion von den neuen HUI BUH Hörspielen erwarten?
Genau das! Mit diesen Hörspielen setzt EUROPA ein gespenstisches Zeichen – Audioproduktionen wie fürs Kino produziert – mit Orchestermusik, exzellenten Sprecher aus der Film- und Synchronszene, einer aufwändigen Soundkulisse und darüber hinaus mit einem modernen 3D Character und Fantasie anregenden Coverszenen.

Der Hörspiel HUI BUH ist eng mit der Stimme des unvergesslichen Hans Clarin verbunden. Auch Hans Paetsch als Erzähler hat die alten HUI BUH Hörspiele geprägt. Leider sind beide Sprecher vor einiger Zeit verstorben und deswegen musstest du neue Stimmen suchen. Kann man sich überhaupt von solch prägnanten Stimmen freimachen und wie geht man bei diesem speziellen Stimmcasting mit der Historie um? Hast du eine Art Stimmimitatoren gesucht?
Es war ganz wichtig, dass wir uns von den Stimmen der Originalserie freimachen. Denn wir wollten keine Kopie abliefern sondern neue ausdrucksstarke Stimmen finden.

Andreas Fröhlich hatte mich bei einer Live Inszenierung von „Drei Geschichten“ derart begeistert, dass mir danach klar war, dass er die perfekte Stimme und Ausstrahlung als Erzähler hat. So hat er bereits das Hörspiel zum Film mit seiner wundervollen Stimme verzaubert und in der Serie geht es auch weiter mit ihm!

Christoph Maria Herbst war für uns auch sofort klar und wir alle haben unseren Kopf durch die Luft geworfen vor Freude, als er zusagte. Auch unabhängig von dieser bezaubernden Optik und Darstellung des König Julius im Hui Buh Film verkörperte er im Hörspiel zum Film den Julius Figur vor allem auch durch diese starke Ironie in seiner Stimme. Es war klasse, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er nimmt seine Rollen ernst und setzt sich bei all dem Spaß intensiv damit auseinander. Er ist ein wirklich guter Schauspieler und wandelbarer Sprecher und hat neben dem von mir geliebten Stromberg noch viel mehr schauspielerische Talente auf Lager. Ich bin gespannt auf seinen weiteren Weg.

Einen passenden Hui Buh zu finden dauerte wirklich länger. Wir haben von Anfang an keinen Stimmenimitator gesucht sondern wollten einen neuen Weg gehen. Der jedoch genauso ausdrucksstark, durchgeknallt und charmant sein sollte wie Hans Clarin und Michael Bully Herbig.
Es war wichtig, viele Stimmen zu hören, hören, hören, setzen zu lassen, noch mal zu hören und irgendwann wussten wir es dann und waren uns sicher, dass Stefan Krause der perfekte Hui Buh ist! Er mag die Rolle sehr gern und freut sich, dass die Wahl auf ihn gefallen ist. Er passt einfach gespenstisch gut dazu – für jeden Hui Buh Fan wird es ein Abenteuer sein, ihn kennen zu lernen!

Es gibt ja viele verschiedene Darstellungen von Hui Buh. Beim ersten Buch war er sogar grün! Und dann das Skelett in verschiedenen Varianten und danach Bully. Wie seid Ihr bei der grafischen Entwicklung vorgegangen?
Hier galt es – wie bei den Stimmen – uns zunächst einmal von der Vergangenheit freizumachen. Uns war wichtig, ein sympathisches freches und verschmitztes Gespenst zu entwickeln, dessen Emotionen durch eine menschenähnliche Mimik für die Kinder greifbar sind. Und dennoch ein flatterndes Geister-Gewand zu haben, das uns an seine Vergangenheit als Ritter erinnert. Und man vergesse nicht das Bilderrätsel auf seinem Brustwappen? Na, was bedeutet das? Da könnten wir eigentlich ein Gewinnspiel draus machen. Alles übrigens mit 3D Programmen entstanden. Das war sehr aufregend, weil es so neu für uns war.

Der HUI BUH Erfinder Eberhard Alexander-Burgh ist im Jahre 2004 gestorben. Du hast den Autoren ja mehrmals getroffen, habt ihr damals schon über eine HUI BUH Fortsetzung gesprochen oder ist diese Idee erst später entstanden?
Ja, wir haben uns oft getroffen. Für ihn war Hui Buh eines seiner wichtigen Lebensthemen. Unsere Vorstellungen von einer neuen Serie waren zunächst recht unterschiedlich. Ich wollte mit seinen wundervollen Hui Buh Motiven eine neue Welt aufbauen, die jedoch der alten Welt nicht widerspricht. Er war sehr hin- und hergerissen. Irgendwann war er dann leider so krank, dass ihn diese Überlegungen sehr viel Kraft kosteten. Dann war er gänzlich mit dem Film beschäftigt und so haben wir erst einmal lange Gespräche über die Verfilmung geführt. Schade, dass er das nicht mehr erlebt hat! Und zudem bedarf eine Serie der ständigen Aufmerksamkeit und dieser auf Jahre angelegten inhaltlichen Arbeit fühlte er sich nicht mehr gewachsen. Wir konnten unsere Gespräche dann leider nicht mehr zu Ende führen. Er hat jedoch immer wieder den Wunsch geäußert, dass seine Hui Buh Geschichten und auch eine neue Serie auf jeden Fall bei EUROPA ist.

Was ist für dich persönlich das Besondere an den neuen HUI BUH Hörspielen?
Alles. Die Wiederbelebung der Originalfiguren, die neuen Figuren, die sehr abwechslungsreichen Abenteuer und Spielorte und Phänomene, die professionellen Sprecher, die sich in ihren Rollen ausleben, die stimmungsvolle Musik die mich sehr berührt und mitreißt, Hui Buhs neues verschmitztes Aussehen und auch die fantasievollen Hintergründe der Illustrationen. Auch unsere Aktion „Hui Buh sucht das gruseligste Grauen deiner Gegend“ weil wir da wieder sehr viel über die Fantasie der Kinder erfahren werden!

Du bist für einen Tag HUI BUH! Was würdest du am Liebsten als "Gespenst mit der rostigen Rasselkette" machen?
Haben wir noch soviel Zeit und Platz? Ich bin gerade so ins Plaudern gekommen… Also ich würde als erstes einmal alle meine vertrauten Freunde verspuken und ein kleines Späßchen mit ihnen treiben. Danach würde ich zu Menschen gehen, die mir besonders nervenstark vorkommen und mich mit ihrer Souveränität immer wieder beeindrucken und würde ihnen etwas vorspuken – mal sehen, wie stark ihre Nerven wirklich sind!  Dann würde ich meine Lieblingskinder besuchen und ihnen das Spuken beibringen. Das wäre ja was, wenn unsere Kinder besser spuken können als wir!!!

Und dann würde ich zu unseren Hui Buh Autoren flitzen und ihnen schaurige Inspirationen für die nächsten 100 Folgen einpusten. Und den Stil Leuten viele gruselige Melodien ins Ohr spuken. Wobei – ich glaube, diese Inspiration brauchen sie gar nicht. Auch Sebastian Niemann und Christian Becker würde ich heimsuchen und schaurige Fratzen machen oder ihnen ihre Wünsche unsichtbar erfüllen, da ich mir einen zweiten Hui Buh Film so sehr wünsche!

Am Nachmittag würde ich ausgiebig in dem mysteriösen Geisterbuch blättern, das Hui Buh in der dritten Folge findet. Vielleicht würde ich es irgendwo verstecken, so dass nur ich weiß, wo es ist. Haha.
Und diesen wundervollen Tag würde ich in der Geisterwelt ausklingen lassen – da gibt es doch bestimmt auch ein verspuktes Wellness-Center?

Ja, das wäre mein erster Tag als Hui Buh. Ähm. Mo-Moment mal… Und dann würde ich eine Spukschule gründen, eine Geisterbibliothek eröffnen, wichtige Bücher verspuken, die streikende Bahn in schwebende Züge umwandeln, alle grimmigen Grimmiggesichter zum Lächeln bringen und natürlich alle Kinder auf der ganzen Welt mit einem liebevollen Hui Buh Virus versorgen. Denn damit bin ich ja auch groß geworden und das war ja nicht sooo schlecht. Und dann……. puh….. also und…. ach ja auch das noch…….