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Hui Buh und die Kinder

Von Paul aus Potsdam

Vor langer Zeit lebte einmal ein Gespenst. Es hieß Hui Buh und es wohnte in einer Geisterstadt. Diese lag im gruseligen Wald von Ludwig dem 100., in welchem auch dessen Burg stand.

Eines Tages veranstaltete Ludwig der 100. ein Fest. Die Gäste kamen gemeinsam mit ihren Kindern. Da die Erwachsenen aber lieber alleine feiern wollten, mussten die Kinder in der Burgkinderkammer bleiben. Die Tür war verschlossen. Dort langweilten sich die Kinder und waren kein bisschen müde. Die Erwachsenen begaben sich in den Festsaal und aßen, tranken und tanzten.

Bald schon war es Mitternacht. Hui Buh schlich sich in die Burganlage und schaute mit großen gespannten Augen in den Saal. Als er die Erwachsenen so essen, trinken und lachen sah, bekam er selbst auch großen Hunger, schließlich war er gerade eben erst aufgestanden. Er machte sich unsichtbar, schwebte in den Saal und nahm eine Kostprobe vom Hummer. Eine Dame sah den Hummer durch die Luft schweben und fiel sogleich in Ohnmacht. Ludwig der 100. bestrafte daraufhin den Koch, denn er dachte, der Hummer lebe noch. Hui Buh schmatzte und kicherte und dachte bei sich: diese feinen Leuten würde ich gerne das Gruseln lehren.

Erst einmal gesättigt, schaute sich Hui Buh weiter in der Burg um. Durch ein Schlüsselloch sah er, wie sich Kinder mit traurigen Augen langweilten. Er schwebte durchs Schlüsselloch zu den Kindern und machte sich sichtbar. Die Kinder erschraken, doch dann waren sie froh über die willkommene Abwechslung. Sie erzählten Hui Buh von ihrer Not und dieser hatte eine Idee: “Lasst uns die Erwachsenen das Gruseln lehren!“

Er machte sich und die Kinder unsichtbar und kettete alle aneinander fest. Dann schwebten sie gemeinsam in den Festsaal. Zunächst landeten sie beim Buffet. Jeder schnappte sich eine Köstlichkeit und jonglierte damit in der Luft. Den Erwachsenen blieb vor Schreck der Mund offen stehen. Hui Buh nahm ein Schwert, das an der Wand hing und zielte damit auf ein Fass Wein. Der Wein spritzte aus dem Fass und alle Leute wurden rot wie Blut von dem Wein. Da erschraken sie noch mehr. Sie ergriffen die Flucht und rannten wie wild aus dem Saal. Die Kinder gaben dem Fass einen Schubs, sodass es hinter den Erwachsenen herrollte. Die Fliehenden liefen schneller und schneller. Plötzlich sahen sie die Burgkinderkammer und stießen die Tür in ihrer Panik auf. Sie hetzten hinein und schlugen die Tür hinter sich zu. Schnell schnappte sich Hui Buh den Schlüssel, steckte ihn ins Schloss und drehte ihn um. Die Tür war zu. Das Fass aber, bevor es gegen die Tür poltern konnte, wurde kurzerhand von Hui Buh in eine Geisterkutsche verwandelt. Das Gespenst selbst wurde zum Geisterpferd und alle Kinder stiegen in die geheimnisvolle Kutsche. Los ging es in die Geisterstadt.

Dort angekommen, kamen die Kinder aus dem Gruseln und Staunen nicht heraus. Es gab so viel zu sehen: ein Haus aus Gelatine und eine Cafeteria aus Knochen. Skelette überall, Knochenrasseln, Kettenklappern, Fledermäuse und sogar kleine Vampire, alles surrte und schwirrte umher.

Aus einem Rathaus aus Spinnweben winkte ihnen der Bürgermeister mit Namen Hoogiboogi zu. Er lud alle zu einem Festessen ins Rathaus ein. Es gab Spinnenpudding, Mäusefleisch, Fledermausfrikassee und dazu Drachenblut gegen den Durst. Plötzlich stürzte in den Saal ein ganz gruseliges Gespenst. Es hatte einen grünschleimigen Kopf, blutrot-triefende Augen und es war durchsichtig bis auf das Skelett. Die Kinder gruselten sich. Langeweile hatten sie nun keine mehr, aber sehr große Angst. Sogar Hui Buh fürchtete sich und rief deshalb schleunigst zur Rückreise auf.

Schnell schwebten sie mit der Geisterkutsche wieder zur Burg Ludwig des 100. zurück. Die Kinder wollten gleich zu ihren Eltern, die sich ihrerseits schon große Sorgen gemacht hatten. Zusammen feierten Eltern und Kinder die ganze Nacht hindurch im großen Festsaal. Ab und zu aber trieb Hui Buh seine kleinen Späße. Diese aber wussten nur die Kinder zu deuten…